Der Trend zu virtuellen Gütern und Währungen
Geld ist virtuell. Jeder Schein und jede Münze ist nur ein Symbol, das seinen Gegenwert durch ein Finanzsystem erhält, das längst nicht mehr auf den Goldreserven in Fort Knox ruht. Wie sich die vielen kleinen Prozesse aber vereinen, um aus Metall und Baumwollfasern Wertrepräsentanten zu machen, lässt sich sehr gut am Beispiel von Videospielen zeigen. Bestand die Transaktion dereinst aus dem Kauf des Spiels, so sind die Systeme längst komplexer geworden.
Münze für Leistung
Dieses Modell hat sich spätestens seit dem Zeitalter der MMORPGs verschoben. Vollpreistitel bekamen Konkurrenz durch eine günstigere Generation von Spielen, die sich nach dem Abo-Modell finanzierte. Man zahlt nun nicht für das Spiel als Gegenstand, sondern für die Spielzeit. Wer also will, kann einen WoW Key z.B. bei mspoints kaufen und so Add Ons und Spielzeit freischalten. Wenn man sofortüberweisung bei mspoints zur Zahlung nutzt, kann man gleich auf die erworbenen Add Ons zugreifen. Jedoch gibt es in der „World of Warcraft“ auch ganz reale Tauschkurse, denn beim ehrgeizigen Aufstieg Level für Level spielt das Gold eine wichtige Rolle in Azeroth. Tatsächlich ist das Gold so heiß begehrt, dass es einen realen Wechselkurs gibt und Spieler ihr echtes Geld in virtuelle Währung umtauschen können. So können Spieler mit vollen Geldbörsen bessere Items kaufen und mit neuer Rüstung und verwunschenen Klingen frisch in die Schlachten ziehen.
Zahl, wenn du magst
Ein anderes Modell stellen die Freemium-Spiele dar. Hier können Spieler die Basisversion eines Spiels umsonst spielen, wer etwas tiefer in die Welt eintauchen möchte, muss allerdings in die eigene Tasche greifen. In Spielen wie „Farmville“ kann der Spieler sich umsonst um seine landwirtschaftliche Zukunft kümmern, mit echten Zukäufen und echtem Geld lässt sich die Farm allerdings aufmöbeln. Das stößt einigen Spielern sauer auf, dabei ist das Modell inzwischen ausreichend erprobt und bietet allen Spielern die Möglichkeit, das Spiel wie in einer Demo-Version zu testen und nur bei Interesse wirklich Geld zu bezahlen. Selbst die Entwickler bekommen durch die Einnahmen ein direktes Feedback zur Beliebtheit ihres Produktes.
Manche sind reich geworden…
In Spielen wie „Second Life“ wurden sogar schon reale Millionäre geboren. Wie bei der Eroberung des amerikanischen Westens schufen einige Pioniere Beeindruckendes, sicherten sich Grundstücke und setzten ihre Programmierfähigkeiten aus dem Spiel heraus in Geld um.
Geld ist eben etwas zutiefst Virtuelles und letztendlich zahlen Menschen für Dinge, die ihnen wichtig sind. Und Videospiele sind ein lukrativer und wichtiger Markt.
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